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Die Rasse der Bergschafe

Das Bergschaf ist eine alte Landschafrasse, die in ihrem Ursprungsgebiet,
dem Alpenraum, schon fast in Vergessenheit geraten war und in die Liste der gefährdeten Haustierrassen aufgenommen wurde.

Als Rasse anerkannt waren lange Zeit nur das Weiße und das Braune Bergschaf. Inzwischen werden aber auch in manchen Landesverbänden das Schwarze und das Gefleckte Bergschaf als eigene Rasse geführt.

Des Weiteren muss man zwischen einzelnen Zuchtrichtungen unterscheiden. So sind zum Beispiel weiße Bergschafe in Österreich (Tiroler Bergschaf) nicht nur wesentlich größer und rahmiger, als das Weiße Bergschaf in Deutschland, sondern sie besitzen auch eine etwas feinere Wolle. Daneben scheinen sich im Laufe der Zeit in den einzelnen Regionen lokaltypische Schläge entwickelt zu haben. Zu Beginn unserer Schafhaltung haben wir ein braunes Bergschaf aus einer Herde in der Umgebung von Hindelang gekauft, das sich deutlich von anderen braunen Bergschafen unserer Herde unterscheidet. Es hat eine weiße Blesse auf der Nase, ist deutlicher länger und größer und besitzt eine hellere Braunfärbung. Diese Eigenschaften vererbt es auch eindeutig weiter.

Da wir alle Wollfarben für unsere Produkte benötigen, finden sich in unserer Herde alle Farbschattierungen. So ist es uns zwar nicht möglich im Herdbuch zu züchten, aber andererseits bekommen wir die unterschiedlichen Vorzüge der einzelnen Bergschafschläge in unsere Herde. So besitzen die schwarzen Tiere sehr harte Klauen, was der gefürchteten Moderhinke entgegenwirkt. Im Übrigen ist es ein sehr schönes Bild für den Betrachter, das eine bunte Herde auf einer Weide bietet.

Bergschafe sind ideale Landschaftspfleger. Wir betreiben im nördlichen Siegerland eine Wander-Koppelhaltung überwiegend auf steileren und abgelegenen Hangwiesen, deren Bewirtschaftung immer seltener wird. Schon nach einigen Jahren extensiver Schafbeweidung werden zum Beispiel unerwünschte Pflanzen, wie die Ochsenzunge, die sich gerade an Geilstellen bei Pferdeweiden massiv ausbreitet und zum Problem wird, zurückgedrängt. In unserer Bergschafherde laufen auch einige Ziegen mit, die dafür sorgen sollen, dass durch Wurzelausläufer ausschlagende Gehölze nicht aufkommen und so die Verbuschung der Weiden in Grenzen halten.

Das Besondere bei den Bergschafen ist der Ablammzyklus. Sie sind, wie einige wenige andere Rassen auch, asaisonal, können also das ganze Jahr über ablammen. Sehr häufig kommen Mehrlingsgeburten vor. Bergschafe gelten als sehr fruchtbar und besitzen beste Muttereigenschaften. Dank ihrer besonderen Wollstruktur sind sie unempfindlich gegenüber hohen Niederschlagsmengen, wie sie bei uns im Siegerland vorkommen.

Auffallend gegenüber anderen Schafrassen sind die langen Ohren und, besonders bei den Böcken ausgeprägt, die leicht gebogene Ramsnase.

Das Bergschaf

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Das Bergschaf

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